Armut ist keine Sackgasse

Nachdem am Dienstag das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung seine neue Studie zur Vermögens- und Einkommensverteilung in Deutschland veröffentlichte, herrscht Besorgnis. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Wirtschaftskrise und strukturelle Probleme verschlimmern die Situation.

Auch die Bertelsmann-Stiftung beschreibt in ihrem Ländervergleich die Situation in den einzelnen Regionen Deutschlands. Dabei schnitt gerade die Bundeshauptstadt besonders schlecht ab. Mit insgesamt 20 Prozent der Bevölkerung, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind, bildet Berlin hier das Schlusslicht.

Vor allem in sozial schwierigen Stadtteilen spiegelt sich das Bild von finanzieller Armut wieder. Soziale Spannung bleiben über kurz oder lang nicht aus. Bezirke wie Berlin Marzahn oder Lichtenberg gelten schon seit jeher als Brennpunkte. Doch die Hoffnung ist nicht verloren, wenn es nach der Ansicht von Torsten Hebel und seinem sozialen Projekt blu:boks Berlin geht.

Die Einrichtung in der Lichtenberger Region Fennpfuhl richtet sich an Kinder und Jugendliche aus der „Berliner Platte“. Eben jener, die in dem Umfeld hoher Arbeits- und Perspektivlosigkeit aufwachsen. Die Plattenbau-Siedlungen bieten jungen Menschen kaum eine Möglichkeit aus dem Teufelskreis von sozialem Abstieg auszubrechen.

In enger Zusammenarbeit mit Jugendbeauftragten von Berlin Lichtenberg gründete Hebel 2009 mitten in dem Problemviertel die blu:boks. Ein Angebot für die Kinder, dass bis dahin so dringend benötigt wurde und niemand erkannte. Mit über 20 Mitarbeitern wird den jungen Berlinern die Chance geboten, sich selbst mit ihren Talenten und Begabungen in diverse Projekte einzubringen. In den Bereichen Musik, Tanz und Schauspiel soll den Kindern Selbstwertgefühl und eine Perspektive vermittelt werden.

Mit dem neuen Spenden-Aufruf „Hoffnung schenken“, sucht die blu:boks Berlin nun nach Paten, die daran mitwirken, die Projekte für die Kinder Wirklichkeit werden zu lassen. „Wir brauchen die Hilfe eines jeden einzelnen! Jede Patenschaft, die übernommen wird, bedeutet für die Kids ein weiterer Schritt aus den sozialen Brennpunkten heraus!“ erklärt Hebel. Insgesamt werden mindestens 350 Patenschaften benötigt.

Für die kommenden Monate ist viel geplant. Neben dem Umzug in größere Räume für das Tagesangebot, konzentrieren sich alle auf die gemeinsame Produktion an einer großen Theaterbühne in Berlin. „Das ist nicht nur für uns eine tolle Erfahrung!
Die Kinder – viele sind ganz neu dabei – spüren zum ersten Mal, was es heißt eine Rolle zu spielen!“ Das alles fordert Kraft und Ressourcen. „Doch wenn man sieht, wozu diese Kinder aus den sozial benachteiligsten Vierteln Berlins in der Lage sind, macht das jede Mühe wieder wett!“

Wer sich für die Arbeit und die Projekte der blu:boks Berlin interessiert, oder eine Patenschaft übernehmen möchte findet unter www.bluboksberlin.de alles Wissenswerte.