Bayerischer Hausärzteverband: Offener Brief an BM Bahr

Dr. Dieter Geis, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes, fordert in einem Offenen Brief Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr auf, die Praxisgebühr für jene Patienten zu erlassen, die im Hausarztvertrag eingeschrieben sind, sowie den § 73 b (neu) im SGB V zu streichen.

Der § 73 b (neu) SGB V verpflichtet Hausärzte, dass sie Mehrleistungen am Patienten nur dann von den gesetzlichen Krankenkassen honoriert bekommen, wenn sie auf der anderen Seite bei den Patienten einsparen, z.B. bei der Verschreibung von Medikamenten. Der BHÄV hält diese gesetzlich verankerten Verknüpfung für unethisch und fordert, den Paragraphen 73 b (neu) SGB V zu streichen und den ursprünglichen § 73 b (alt) SGB wieder in Kraft zu setzen.

Außerdem bittet Dr. Geis den Minister, sich in der Ausbildung für ein Pflichtquartal Allgemeinmedizin sowie für die Zulassung allgemeinärztlicher Versorgungszentren einzusetzen, um gegen den drohenden Hausärztemangel einzutreten.

Zum Hintergrund: In Bayern beträgt das Durchschnittsalter eines Hausarztes mittlerweile 52,5 Jahre, jeder vierte Hausarzt ist über 60 Jahre alt und wird in den nächsten Jahren aufhören. Weil sich kaum noch Nachwuchs findet, schließt in Bayern jede Woche eine Hausarztpraxis für immer.