Kein Bock auf Fun an Beach und Berg

Dieser Text der Linksjugend ['solid] Bayern erreichte uns als Pressemeldung per E-Mail von Manuel Gamber, Landessprecher Bayern und Bezirkssprecher Mittelfranken der Linksjugend ['solid] Bayern. Der Bitte um Veröffentlichung kommen wir gerne nach.

Kontinuierlich weitet die Bundeswehr Werbemaßnahmen, die gezielt auf junge Menschen abzielen, aus.

Millionen Euro werden jährlich dafür ausgegeben, um Jugendliche zum Dienst an der Waffe zu motivieren. Jugendoffiziere, die einmal pro Schuljahr in der Schule werben, sind Alltag geworden. Ganz zu schweigen davon, dass es inzwischen üblich ist, dass die Bundeswehr mit einem Stand an fast allen Job- und Ausbildungsplatzmessen anwesend ist.

Das Jugendmagazin Bravo veranstaltet nun zusammen mit der deutschen Bundeswehr die “Bundeswehr Adventure Camps” in Sardinien und Berchtesgarden.

Durch Gratisurlaub mit viel “Party, Fun und Aktion” versucht die Bundeswehr jetzt, in einer bisher unübertroffenen Dreistigkeit, junge Menschen für den Militärdienst zu gewinnen. Während man mit “einer echten Bundeswehrmaschine” zur Luftwaffe nach Sardinien kann, geht es in Berchtesgarden darum mit den Gebirgsjägern um die Wette zu “kraxeln”.

“Die von der ‘Bravo’ beworbenen Ferienlager der Bundeswehr für Jugendliche sind ein weiterer Schritt darin, dass die Bundeswehr sich an immer mehr Kinder und Jugendliche wendet, um sie für den Dienst an der Waffe zu gewinnen. Sie stehen für einen ernstzunehmenden Trend zur Militarisierung unserer Gesellschaft”, so Sebastian Lucke, Bundessprecher der Linksjugend [’solid].  “Mit der Aussicht auf ein bezahltes Studium oder einen sicheren Ausbildungsplatz zielt ihre Werbung besonders auf Kinder und Jugendliche ab, die von Armut betroffen sind. Diese Form von Rekrutierungsmaßnahmen widerspricht meinem Selbstverständnis als angehender Diplom-Pädagoge zutiefst und ist moralisch mehr als verwerflich”, so Lucke weiter.

Damit der zukünftigen Karriere bei der Bundeswehr nichts im Weg steht, wird unterhalb der scheinbar hippen Oberfläche, gleich die grundsätzliche Wehrtauglichkeit geprüft. So muss ein potentieller Teilnehmer bei der Anmeldung gleich noch seine letzte Sportnote angeben und wie es um seine Fitness bestellt ist.
Zusätzlich ist anzugeben, ob man über das deutsche Sport- und Schwimmabzeichen verfügt, sowie ob man Mitglied im der Online-Jugendcommunity der Bundeswehr ist.

“Das klingt fast wie verdeckte Mobilmachung,” so der LandessprecherInnenrat der bayerischen Linksjugend. “Wir haben keinen Bock auf “Beach oder Berg” mit der Bundeswehr. Wir nutzen unsere Zeit weiterhin lieber dazu, das Werben fürs Sterben der Bundeswehr zu verhindern.”